• 05
  • 02
  • 04
  • 01
  • 03

 

Das Märchenschloss unterwarf sich in mehr als eintausend Jahren ständiger Veränderungen und vielfälltiger Nutzung.

Im südlichen Sachsen-Anhalt auf einem Bergsporn über einer der seinerzeit wesentlichen Wasserverbindungen liegt das heute im Stil der Neorenaissance, zum Teil Neobarock veränderte Schloss. Die Grundmauern der ehemaligen Burg weisen auf das 9. Jahrhundert zurück, im 16. Jahrhundert wurde dann das Renaissance-Schloss unter der Familie Lichtenhayn errichtet. Bis dahin war es unter anderem eine Burg als Nonnen- und Mönchskloster, später als Sitz für Grafen und Adelige. Die verschiedenen Besitzanteile wurden im Laufe der Zeit verkauft und das Kloster schlussendlich im Zuge der Reformation 1540 aufgelöst.
Nach verschiedenen weiteren Besitzerwechseln und dem teilweisen Wideraufbau nach Brand, Krieg und Zerstörung und der Erweiterung um Wirtschaftsgebäude übernahm der Freiherr von Münchhausen das Schloss und beschäftigte zum zweiten Weltkrieg sogenannte Fremdarbeiter, was dann zuletzt durch die sowjetischen Besatzungstruppen bestraft wurde. Der Besitz der Familie Münchhausen wurde enteignet und an Bauern und Landarbeiter aufgeteilt, die Güter wurden durch Treuhänder verwaltet.

In der nahen Vergangenheit funktionierte das Schloss als Jugendheim und Ausbildungsstätte in der Landwirtschaft, die letzte Bestimmung diente einem Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie. 1996 wurde diese an einen anderen Standort verlegt, seitdem steht das Gebäude leer, 2004 wurde es von einer Treuhandgesellschaft versteigert und befindet sich jetzt in Privatbesitz, leider immer noch ohne wirkliche Nutzung.

Ein älteres heimische Ehepaar, welches ich kennenlernen durfte, kümmert sich um das Anwesen, hält in Stand was möglich ist und vorallem Vandalismus und Zerstörung fern. So findet man in allen Gebäuden den natürlichen Verfall, kein Grafitti, Einrichtungsgegenstände die auf die Vergangenheit schließen und einen fanatstischen, gepflegten Park.

Im Übrigen sei das Schloss zu kaufen, aber gerüchteweise nur an Scheiche mit dem Interesse an der Errichtung eines Harems...

 

Kapelle 

Schloss

 

Bewertung: 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 4.00 (1 mal)


 

Zurück zur Übersicht, oder sind diese Locations auch interessant?

Asia Restaurant G

 

Es riecht noch asiatisch, aber gekocht wird hier nicht mehr.

Wurstfabrik D.

 

Die Nutzung der ehemaligen Fläche war lange ungewiss.
Zur Zeit spricht man darüber, dass alle Gebäude auf dem Gelände abgerissen werden sollen, ich werde mal bei Gelegenheit nachsehen.

Villa Viola

 

Nur dem starken Druck von Bürgern und dem Kulturamt ist es heute zu verdanken, dass die Villa noch existiert, denn Mitte der 70er sollte sie einem Neubau eines Behindertenwohnheims weichen.

Sägewerk BiG

 

Der Familienbetrieb hat die Holzverarbeitung eingestellt.

Guido Dunkel
Guido Dunkel DUrbanEx.de
Es entwickelte sich, manchmal kam der Tag sicherlich auch ganz plötzlich. Niemand konnte sich um das freigewordene Objekt kümmern.
Guido Dunkel
Guido Dunkel LostPotties.de
An verlassenen Orten in alleingelassenen Gebäuden gibt es sie noch - sie träumen leise vor sich hin, werden kaum beachtet.
Guido Dunkel
Guido Dunkel privateFotografie.de
Fotografie ist für mich ein Hobby und das wird es auch bleiben, auch wenn ich immer geneigt bin, dazuzulernen und mich zu verbessern!

Kontakt

Name
Guido Dunkel

Adresse

Liszstraße 3
49124 Georgsmarienhütte

Mail

05401/480244
guido(at)dunkel-web.de