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Drei mal war ich da, ich muss sagen, dass mich das gesamte Gelände mehr fasziniert hat, als ich es vorher glaubte. 

Eine phantastische Location mit einer wahnsinnigen Geschichte, tolle Szenen. Zu erzählen gibt es da nichts, was nicht schon irgendwo geschrieben steht. 

Das gesamte Gelände von ungefähr 140 ha wurde um 1898 von der Landesversicherungsanstalt Berlin gekauft, um eine einzigartige kleine Stadt zu errichten, die ausschließlich dem Ziel der Behandlung von an Tuberkulose erkrankten Menschen aus dem Großraum Berlin in zu Beginn ca. 600, später bis zu 1200 Betten gedacht war. Das gesamte Areal wurde in vier Bereiche unterteilt, und zwar dem Sanatorium sowie der Heilstätte, und dies geschlechtlich getrennt in Männer- und Frauenbereiche. Geteilt wurden die vier Bereiche sinniger Weise durch eine Straße und in der anderen Achse durch eine Bahnlinie. Die Haltestelle Beelitz ist noch heute eine sehr bekannte Adresse. Interessanter Weise kann man die Gebäude teilweise kaum auseinander halten, da die Architekten für gleiche Nutzungsbereiche im Grunde einfach die Zeichnungen kopiert bzw. wiederverwendet haben. Es gibt also die wesentlichen Gebäude in Beelitz im Grunde mehrfach.

Im Jahr 1902 konnten die ersten Menschen behandelt werden. Man legte Wert darauf, dass der Patient sich wohl fühlt und sich erholen kann, und dies nicht nur durch den Bau einer einmalig aufwendigen und wunderschönen Architektur. Frische Luft, Liege- und Wandelhallen, Wanderwege, Badehaus und Fitnessangebote sowie Balkone mit Aussicht und oft abenteuerliche Therapie diente dem langwierigen Heilungsprozess. Erst viele Jahre später wurde adäquate Medizin erfunden und eingesetzt, sodass man auf diese Art der natürlichen Behandlung angewiesen war.

In Beelitz hat man Patienten und Angestellte selbst versorgt. Es gab Bäckerei, Schlachterei, Wäscherei und Küche sowie kleine Viehzucht und Gemüsegärten. Sogar die Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme wurde selbst geregelt. Dazu wurde das gesamte Gelände mit unterirdischen Versorgungsgängen versehen, durch welche jedes kleinste Gebäude erschlossen und versorgt werden konnte. Typisch für Beelitz sind viele kleine kaum ein paar Quadratmeter große Versorgungshäuschen für diese spannenden Kanäle - eher unbewusst habe ich für den Weg von einem Haus zum Anderen mal einen dieser Kanäle benutzt. 

Die Geschlechter wurden zu der Behandlungszeit Anfang der 90er strengstens getrennt, so gab es an den verschiedenen Zuwegungen kleine Pfötnerhäuschen, strengstens achtete man auf diese Einhaltung. In einem dieser Häuschen befindet sich heute ein Kaffee.  

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Beelitz auf ca. 200 ha erweitert und konnte somit einen weiteren völlig neuartigen Zweig der Medizin anbieten: Chirurgie. Hier entstanden dann im jüngsten Verlauf auch wohl die bekanntesten Fotos der Beelitzer Heilstätten...

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm, wie auch in den meisten anderen Heilstätten, die Sowjetarmee und errichtete hier das größte Militärkrankenhaus ausserhalb von Russland, bis die Gebäude in 1994 dann verlassen wurden.

Derzeit befindet sich Beelitz im Privatbesitz einer Projektentwicklungsgesellschaft, wie ich finde sehr erfolgreich. Es wirkt mittlerweile in einem Teil eine Rehaeinrichtung, Wohngebäude wurden besiedelt und nach einigen Aussagen zu Folge sind auch viele weitere Investitionen geplant. 

Wirklich sehr umfassende Informationen nebst Fotografien und auch einem Lageplan gibt es auf dieser Internetseite:
www.beelitz-heilstaetten.de

Lungenheilgebäude für Männer

Zentralbadeanstalt

südliches Kesselhaus

nördliches Kessel- und Maschinenhaus

Wäschereigebäude

Fleischereigebäude

Chirurgie

Waschküche

Küchengebäude

Lungenheilgebäude für Frauen

Alpengebäude

Sanatorium für Frauen

Waschküchengebäude

Kochküchengebäude

Wandelhallen

Schlosserei

Postgebäude

Verkaufspavillion

 

Bewertung: 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 4.50 (1 mal)


 

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